Fake-Gewinnspiele: So kannst du sie vermeiden!



Gewinnspiele sind schon immer ein beliebtes Mittel gewesen, um auf Neukundenfang zu gehen. In den letzten Jahren hat das Image der Gewinnspiele jedoch deutlich gelitten. Grund sind unseriöse Gewinnspiel-Veranstalter, die Ihre Daten hemmungslos weiterverkaufen oder Rechnungen zusenden. Es ist schwerer geworden, festzustellen, ob es sich um ein seriöses oder unseriöses Gewinnspiel handelt. Egal ob es sich um Preisausschreiben, Lotterien, Call-in-Shows, Quiz, Tombolas oder Wetten handelt - überall gibt es schwarze Schafe und die gilt es zu erkennen. Wir gehen hier auf das Thema ein und informieren Sie umfassend, wie Sie solche Gewinnspiele identifizieren und meiden können.


So erkennt man unseriöse Gewinnspiele

Unseriöse Gewinnspiele erkennt man häufig schon durch das Einschalten des eigenen Verstandes. Schauen Sie im Impressum der Gewinnspielseite nach, welches Unternehmen hinter dem Gewinnspiel steckt: Ist es eine seriöse Marke oder evtl. ein Marketingunternehmen? Es ist auch hilfreich zu überlegen, ob sich dieses Unternehmen das zur Verfügung stellen des Preises leisten kann. Einige Gewinnspiel-Veranstalter werben mit teuren Autos, die es zu gewinnen gibt, oder Geldpreisen von 500.000 Euro. Man sollte sich an der Stelle schon die Frage stellen, ob das tatsächlich möglich wäre, oder ob der Wert für ein Gewinnspiel nicht doch zu hoch angesetzt ist. Natürlich dient ein Gewinnspiel immer dazu, Aufmerksamkeit zu erzeugen und möglicherweise Neukunden zu gewinnen, doch auch die Akquisition von Teilnehmern für ein Gewinnspiel kostet dem Unternehmen Geld. Verlost es nun jedoch wirklich zusätzlich noch den Mercedes oder ist es vielleicht nur ein Bluff und die Verlosung findet in Wirklichkeit gar nicht statt? Selbst große Unternehmen leisten sich derart hohe Preise nur sehr selten und müssen das intern schon sehr gut rechtfertigen können. Preise im vierstelligen Euro-Bereich (1.000 - 9.999 Euro) sind bei großen Marken schon üblich, alles was darüber liegt sollte zumindest stark hinterfragt werden. Je geringer der Wert der Preise ist, desto eher kann man auch davon ausgehen, dass die Verlosung tatsächlich stattfindet. Da eine offizielle Überprüfung leider nicht stattfindet, muss man sich hier sehr stark auf sein Bauchgefühl verlassen und einen gesunden Menschenverstand mitbringen. Sollten Sie den Gewinnspiel-Veranstalter nicht kennen, reicht es häufig schon aus, den Firmennamen zu googeln. Sofern einem direkt Negativ-Einträge in Bezug auf Spam, Datenverkauf oder Abzocke begegnen, sollte man die Finger vom Gewinnspiel lassen.

Dieses Ziel verfolgen die Gewinnspiel-Veranstalter

Man sollte sich im Klaren sein: Niemand veranstaltet ein Gewinnspiel nur um Ware zu "verschenken". Ein Gewinnspiel ist ein Marketinginstrument, welches das Ziel verfolgt, Aufmerksamkeit zu schaffen oder Neukunden für das eigene Unternehmen und/oder Partnerunternehmen zu gewinnen. Das Ganze geschieht in der Regel durch einen Austausch: Sie geben dem Unternehmen Ihre Kontaktdaten und erhalten dafür eine Gewinnchance. In Deutschland sind die Gewinnspielveranstalter dazu verpflichtet, Teilnahmebedingungen und Datenschutzbestimmungen auf der Seite anzuführen. Beide müssen separat über eine Checkbox bestätigt werden, bevor es zu einer Teilnahme kommt - daran halten sich natürlich nicht alle Veranstalter und viele legen die Gesetze und Urteile anders aus. Sofern Ihre Daten an Sponsoren (kooperierende Unternehmen) weitergegeben werden, müssen diese namentlich ebenfalls aufgelistet werden. Diese Sponsoren zahlen dem Gewinnspiel-Veranstalter dann in der Regel einen Betrag für jeden Teilnehmer-Datensatz, den sie erhalten. Bei einigen Gewinnspielen gibt es auch gern mal Sponsoren-Listen, die 80 Unternehmen aufführen. Nur zum Verständnis: Sie haben die Chance, einen Preis zu gewinnen, geben dafür jedoch Ihre Daten an bis zu 80 Unternehmen weiter, die Sie per Email, Telefon und Post kontaktieren dürfen. Wir versprechen Ihnen an der Stelle: Ihr Telefon wird nicht mehr still stehen und das Postfach wird irgendwann vor lauter Newsletter überquellen. Extrem lange Sponsoren-Listen sind zumindest ein Indiz für ein unseriöses Gewinnspiel.

Facebook-Gewinnspiele

Beispiel für ein Fake Gewinnspiel auf Facebook

Auf Facebook gibt es auch zahlreiche Gewinnspiele, an denen man durch einen "Like" teilnehmen kann. Häufig muss man zur Teilnahme auch die Webseite des Sponsors liken. Auch hier muss man sich wieder 2 Fragen stellen: Handelt es sich um einen realistischen Gewinn im Gegenzug für einen Like oder ist der Wert des Gewinns evtl. so hoch, dass das Gewinnspiel schon nach Betrug riecht? Es gibt zum Beispiel Gewinnspielseiten auf Facebook wie die von "Glitzerfrosch", auf denen man täglich Süßigkeitenpakete gewinnen kann. Dort werden die Gewinner öffentlich genannt und es gibt regelmäßig "Sieger-Beweisfotos", die Gewinnspiele sind absolut seriös. Nicht seriös sind hingegen die Gewinnspiele, bei denen ein Audi R8, ein Mercedes oder 200 Apple iPhones verlost werden. Allein schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass das nicht realistisch ist. Trotzdem finden solche Gewinnspiele jedes Mal wieder zehntausende Teilnehmer. Hier findest du direkt ein Beispiel für ein solches Fake-Gewinnspiel.

Wie kann ich meine Gewinnchance erhöhen?

Gerade für Gewinnspieljäger, die täglich bei Gewinnspielen mitmachen, gibt es natürlich auch ein paar Tipps, wie man die eigene Gewinnchance erhöhen und den Werbeterror senken kann:

  • Keine falsche Namen benutzen: Spätestens wenn Sie als Gewinner gezogen werden und per Ausweiskopie Ihren Fake-Namen nicht belegen können, erhalten Sie im schlimmsten Fall keinen Gewinn.
  • Familie, Freunde und Nachbarn: Melden Sie auch Familie, Freunde und Nachbarn beim Gewinnspiel an. In Anlehnung an Tipp 1 kann hier im Zweifel die Identität nachgewiesen werden. Unterm Strich lässt sich die Gewinnchance so vervielfachen.
  • Separate Email-Adresse: Legen Sie sich eine eigene Gewinnspiel-Email-Adresse zu, die Sie nur bei Gewinnspielen nutzen. Verzichten sollten Sie allerdings auf Wegwerf-Adressen, die werden häufig gefiltert und bei der Gewinnbestätigung per Email erhalten Sie keine Nachricht. Dann kann man es auch gleich lassen ;)
  • Separate Handynummer: Auch lästen Anrufen können Sie aus dem Weg gehen, indem Sie sich eine extra Prepaid-Handykarte für Gewinnspiele zulegen. Von Vodafone und o2 gibt es die im Internet bereits kostenlos.


Ich bin in die Spam-Falle getappt, was nun?

Hier finden Sie einen konkreten Handlungsstrang, dem Sie folgen können, wenn Ihr Postfach überquellt und Sie der Werbeflut Herr werden wollen:

  • 1. Machen Sie den Gewinnspiel-Veranstalter aufindig und kontaktieren Sie ihn per Email, Post und/oder Telefon - am besten in der Reihenfolge. Es ist immer gut, Emails oder Post für eventuelle gerichtliche Streitigkeiten zu sichern. Schreiben Sie dem Veranstalter des Gewinnspiels, dass Sie ihr Werbeeinverständnis mit sofortiger Wirkung widerrufen möchten und er diesen Widerruf auch an alle Partner und Sponsoren weiterleiten soll. Setzen Sie ihm hierzu eine Frist von 14 Tagen. Sollte er bis dahin nicht reagiert haben, können Sie es ein zweites Mal mit Setzen einer Nachfrist tun und ihm mit dem Landesdatenschutzbeauftragen drohen. In der Regel zeigt dies schon Wirkung, da jedes Unternehmen Kontakt mit dem Landesdatenschutzbeauftragen vermeiden will. Wenn der etwas findet, kann es nämlich schnell sehr teuer für den Veranstalter werden.
  • 2. Sollte der Veranstalter nicht auszumachen sein, dann wenden Sie sich an die Versender jener Werbemailings. Erklären Sie ihnen, dass Sie zu keiner Zeit Ihr Werbeeinverständnis erteilt haben und dass Ihre persönlichen Daten zu löschen sind. Auch hierzu können Sie das Musterschreiben von uns nutzen. Man kann hier auch schon eine Unterlassungserklärung verlangen, um sicher zu gehen, keine weiteren Werbemails des Unternehmens zu erhalten.
  • 3. Sollten diese Schritte nicht erfolgreich sein, sollte man sich an den Landesdatenschutzbeauftragen wenden (Hier findet man den Kontakt).

Muster für den Widerruf der Datenspeicherung:


Sehr geehrte Damen und Herren, gemäß § 34 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) fordere ich Sie auf, mir folgende Auskünfte zu erteilen:

- Über welche gespeicherten Daten zu meiner Person verfügen Sie und woher haben die diese Daten?
- An welche Empfänger oder sonstige Stellen werden diese Daten weitergegeben?
- Zu welchem Zweck erfolgt diese Speicherung?

Ich widerspreche gemäß § 28 Absatz 4 BDSG der Verarbeitung oder Nutzung meiner Daten für Zwecke der Werbung oder der Markt- oder Meinungsforschung. Sie sind daher verpflichtet, die Daten unverzüglich für diese Zwecke zu sperren. Ich setze Ihnen zur Erfüllung meiner Forderungen eine Frist bis zum

< Datum (14 Tage später) >

Sollten Sie dieses Schreiben ignorieren, werde ich mich an den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten wenden. Außerdem behalte ich mir weitere rechtliche Schritte einschließlich der Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen vor.

Mit freundlichen Grüßen,
< Ihr Name >


FAQ

Hier finden Sie die häufig gestellten Fragen.

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Wie mache ich den Gewinnspielveranstalter ausfindig?

Wenn ein IKEA Gutschein verlost wird, bedeutet das noch lange nicht, dass auch IKEA hinter dem Gewinnspiel steht. Um den Gewinnspielveranstalter ausfindig zu machen, reicht online ein Blick ins Impressum. Dort muss der Anbieter mit Firmierung, Anschrift und Kontaktmöglichkeiten genannt werden. Sofern kein Impressum vorhanden ist, raten wir von einer Teilnahme ab.

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Darf ein Gewinnspiel Geld kosten?

Gewinnspiele müssen in Deutschland grundsätzlich kostenfrei sein. Sofern für die Teilnahme Geld verlangt wird, handelt es sich um Glücksspiel und unterliegt in Deutschland anderen, deutlich stärker geregelten Gesetzen.

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Gibt es auch Gewinnspiele für Minderjährige?

Die gesetzlichen Bestimmungen für Gewinnspiele sind nicht bis ins letzte Detail geregelt, allerdings darf nicht das naive Handeln von Minderjährigen ausgenutzt werden. Häufig haben gerade Kinder nicht die Weitsicht und setzen irgendwo einen Haken, ohne alles genauer zu hinterfragen. Für seriöse Unternehmen stellt sich deshalb selten die Frage, ob man ein Gewinnspiel (auch) für Minderjährige anbieten kann und es wird ein Mindestalter von 18 Jahren festgelegt. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel.

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Warum sind Gewinnspiele im Fernsehen immer so einfach?

Die Call-In-Shows und auch die anderen privaten Fernsehsender haben in den letzten Jahren viel dazu gelernt. Wenn Gewinnspielfragen äußerst einfach formuliert sind, sinkt die Teilnahmehürde extrem und es lassen sich deutlich mehr Teilnehmer realisieren. Da man bei den TV Gewinnspielen pro Anruf bezahlt, handelt es sich hierbei um eine Gewinnmaximierung. Gehen Sie davon aus, dass alle anderen Zuschauer die Antwort auch kennen und lassen Sie sich nicht mitreißen - TV Gewinnspiele haben eine sehr niedrige Gewinnwahrscheinlichkeit.

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Ich hab mich bei einem Gewinnspiel mit 30 Sponsoren angemeldet. Muss ich mich bei jedem einzeln abmelden?

Glückwunsch dazu - bei seriösen Gewinnspielen kann man bereits bei der Anmeldung festlegen, ob bestimmte oder alle Sponsoren Ihren Datensatz erhalten dürfen. Sollte es die Möglichkeit nicht gegeben haben oder Sie diese nicht wahrgenommen haben, können Sie auch im Nachhinein eine Email mit Widerruf an den Veranstalter des Gewinnspiels senden. Diese eine Email reicht aus, denn er ist dann dazu verpflichtet, Ihre Daten an keine weiteren Sponsoren weiterzugeben und sogar jene Sponsoren zu informieren, Ihre Daten zu löschen, die Ihre Daten bereits erhalten haben.

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Wer kontrolliert eigentlich Gewinnspiele?

Sofern es sich um ein kostenpflichtiges Gewinnspiel handelt, bedarf es einer behördlichen Genehmigung und bedarf ganz spezieller Auflagen. Sofern das Gewinnspiel nicht genehmigt wurde, macht sich der Veranstalter strafbar. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um kostenfreie Gewinnspiele. Diese brauchen keine Genehmigung und werden auch nur dann geprüft, wenn es Beschwerden gibt. Darum kümmern sich dann die Wettbewerbszentralen. Innerhalb der Branche gibt es jedoch auch Kontrollen durch Wettbewerber. Konkurrenten mahnen sich so regelmäßig auch gegenseitig ab.


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